Unsere Mission und Expertise
Unser Grundverständnis: Bildung, Vielfalt und neue Perspektiven
Lebendige Bildung verbindet Kopf, Körper und Gefühl, sie bringt Person, Gruppe, Thema und gesellschaftliche Rahmung miteinander in Beziehung. So entstehen neue Perspektiven: auf Sexualität, auf pädagogisches Handeln, auf Machtverhältnisse, auf Schutz und auf Selbstbestimmung. Unser Ziel ist eine sexuelle Bildung, die Menschen befähigt, informiert, sensibel und verantwortungsvoll mit sich selbst, mit anderen und mit gesellschaftlichen Veränderungen umzugehen. Sexuelle Bildung profitiert davon, wenn unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch kommen, ohne dass dabei fachliche Standards, Schutzrechte und Menschenrechte relativiert werden.
Wir gehen davon aus, dass Sexualität immer individuell erlebt, biografisch geprägt und gesellschaftlich gerahmt ist. Dabei ist unsere Arbeit auch von internationalen Erfahrungen geprägt. In Seminaren und Projekten in Vietnam, Laos, Serbien, Montenegro, Österreich, der Türkei und China haben wir gelernt, wie unterschiedlich Fragen von Sexualität, Körper, Beziehung, Familie, Geschlecht und Bildung gesellschaftlich gerahmt werden können. Diese Erfahrungen bestärken uns darin, Vielfalt als Ressource für Lernen, Verständigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sehen. Sexuelle Bildung braucht deshalb einen offenen, kultursensiblen und zugleich menschenrechtlich klaren Rahmen: Sie nimmt Unterschiede ernst, ohne Menschen auf Herkunft, Religion, Kultur oder Lebensweise festzulegen. Unsere Bildungsangebote schaffen sichere und wertschätzende Lernräume, in denen unterschiedliche Lebensrealitäten, Körper, Identitäten, Beziehungen und Erfahrungen sichtbar werden dürfen.
Wir arbeiten wissenschaftlich fundiert, diversitätsfreundlich, antidiskriminierend und mit einem klaren menschenrechtlichen Bezug auf sexuelle und reproduktive Rechte.
Bildung bedeutet für uns, Menschen nicht zu belehren, sondern sie in Selbstklärung, Sprachfähigkeit und Handlungssicherheit zu begleiten. Gerade in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher und digitaler Transformation braucht sexuelle Bildung Orte, an denen nicht nur Antworten gegeben, sondern auch Fragen neu gestellt werden können. Künstliche Intelligenz, digitale Medien und veränderte Kommunikationsformen fordern Bildungsprozesse heraus, weil sie Wahrnehmung, Beziehungen, Körperbilder, Intimität und Orientierung mitprägen. Deshalb setzen wir auf Bildungsformate, die kritisches Denken, Ambiguitätstoleranz, Selbstreflexion und Verantwortungsfähigkeit stärken.
Über uns
Sexuelle Bildung Berlin engagiert sich für eine offene und vielfältige sexuelle Aufklärung.

Jörg Nitschke, M.A./M.Sc.
studierte Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften, Sozialmanagement und aktuell Sexualpsychologie. Seit mehr als 20 Jahren ist er als Dozent im iSp tätig und leitet dort verschiedene Weiterbildungen. Mit Fortbildungen in tiefenpsychologisch und systemisch fundierter Paarberatung (EZI) sowie in LSBTIQ*-Beratung (Certificate of Advanced Studies), Systemischer Beratung/Coaching (SCGD), Sexualberatung (DGfS), zertifizierter Onlineberatung, Systemischer Sexualtherapie, Sexocorporel sowie Systemischer Therapie, Traumatherapie und Prävention Sexueller Gewalt, u.a. Insoweit erfahrene Fachkraft verfügt er über ein breites Spektrum in den Detailthemen Sexueller Bildung.
Veröffentlichungen (Auswahl):
- Nitschke, Jörg: Wenn die Seele leidet. Psychische Beeinträchtigung und Sexualität. In: Herrath, Frank/Brönstrup, Kathrin (Hg.): Sexualität unbehindert leben, Stuttgart 2025.
- Nitschke, Jörg: Schweden und Serbien - Einblicke in die Bedingungen für die sexuelle Bildung Erwachsener. In: Böhm, Maika/Kopitzke, Elisa/Herrath, Frank/Sielert, Uwe (Hg.): Praxishandbuch Sexuelle Bildung im Erwachsenenalter, Weinheim/Basel, 2022.
- Nitschke, Jörg: Kindliche Sexualität im Wandel der Zeit und was Kindertagesstätten heute aus der Geschichte lernen können. In: Bienia, Oliver/Kägi, Sylvia (Hg.): Kindliche Sexualität in Kindertageseinrichtungen, Weinheim/Basel, 2021.

Dr. Simone Heine
studierte Philosophie und Literatur und schrieb ihre erste Seminararbeit über die grenzüberschreitenden Aspekte der Erotik im Werk von Georges Bataille. Später promovierte sie mit einer empirischen Arbeit zum Fremd- und Zweitsprachenlernerfolg und seine Erklärung durch Erwerbsalter, kognitive, affektiv-motivationale und sozio-kulturelle Variablen. Um die Beschäftigung mit dem Themenfeld Sexualität zu intensivieren, durchlief sie eine Ausbildung als Paar- und Sexualberaterin bei Dr. Johanna Degen (Teach Love). Außerdem ist sie SCDG-zertifizierte systemische Beraterin und Coach und ausgebildete Diversity-Trainerin (Eine Welt der Vielfalt). Sie wirkte bereits in zahlreichen und vielfältigen Lehr- und Lernkontexten in Deutschland, Laos, Montenegro, Serbien und Vietnam. Aktuell vermittelt sie am Studienkolleg der TU Berlin superdiversen Studieninteressierten Deutsch als Fremdsprache (DaF) und wissenschaftliche Arbeitstechniken und gibt Fortbildungen und Workshops zu Themen aus dem Bereich DaF/DaZ, Diversity und natürlich Sexuelle Bildung.
Bildnachweis: Judith Diamantstein
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